Freitag, 6. April 2012
Der böse Wolf geht um
goldmund, 11:18h
Wolf ist wieder da: Ein Mann, den Leonie seit Kindertagen kennt und der immer mal wieder auftaucht und wieder verschwindet. Sie war damals 12, als sie ihn kennen lernte - er war schon 27 Jahre alt. Ein Außenseiter, hochintelligent, aber unheimlich und deshalb von den anderen Dorfbewohnern gemieden. Leonie hatte keine Angst vor ihm. Er brauchte sie, ihre kindliche Liebe, ihr Vertrauen, das spürte sie. Und das schenkte sie ihm damals. Das erste mal hatten sie miteinander geschlafen als sie 13 wurde. Das war eine aufregende Zeit für sie. Er mietete ihnen beiden ein Pensionszimmer in einem Ort weit weg von zuhause. Er bettete sie auf Blumen und verwöhnte ihren Körper und ließ sie spüren, daß sie für ihn schon eine Frau war. Sie traf ihn immer mal wieder. Er war viel unterwegs. Sie sprachen nie darüber, was er während dieser langen Zeit der Abwesenheit tat. Sie waren immer nur im Augenblick. Die Abstände zwischen seinen Besuchen wurden länger. Einmal blieb er drei Jahre lang fort. Aber er kam wieder, stand plötzlich an einer Straßenecke, machte die Autotür auf und ließ sie einsteigen und dann waren sie wieder zusammen, als hätte es die lange Zeit der Einsamkeit nie gegeben. Aber dann hat Leonie geheiratet - und Wolf hat das nicht verkraftet. Wie immer stand er an einer Straßenecke, sie war gerade einkaufen. Sie stieg in sein Auto und sagte ihm, daß es nun mit ihnen vorbei sein müsse, weil sie geheiratet habe und ihren Mann auch liebe. "Bitte vergiß mich Wolf. Es passt nicht mehr...ich brauche einen Mann, der beständig an meiner Seite ist." Da zeigte sich Wolf von einer Seite, die Leonie bis dahin verborgen gewesen war: Er fletschte die Zähne und fing an zu knurren. Erst jetzt, wo Leonie ihn erschrocken richtig ansah, bemerkte sie die Veränderung, die mit ihm während seiner letzten Abwesenheit vorgegangen war. Er hatte überall leichtes Fell bekommen, seine Augen waren rotunterlaufen und seine Hände, die doch immer so sanft gewesen waren ähnelten jetzt Klauen. Seine Zähne sahen wie Reisszähne aus. Leonie bekam Angst und verlangte auszusteigen, doch Wolf fuhr einfach weiter, bis in die Stelle am Waldrand in deren Nähe der Platz war an dem sie sich so oft getroffen hatten. Leonie bettelte ihn an, weinte und flehte. Wolf starrte nur eisig vor sich hin. Leonie riß die Autotür auf und rannte weg, so schnell sie konnte. Seitdem hatte sie ihn nicht mehr gesehen. Aber jetzt spürt sie, daß er wieder da ist. Sie spürt es an ihrer Angst, am bis zum Hals laut schlagenden Herz- wahrscheinlich ist das auch der Grund warum Angie immer Nachts wach wird. Längst weiß Leonie, daß Wolf ein Werwolf ist, sie hatte sich heimlich darüber informiert. Aber sie hatte gehofft, ihre Liebe wäre stark genug um verschont zu bleiben. Nun ist er also wieder da. Leonie denkt an ihren Bruder. Vor der Abreise hatte er ihr zugeflüstert, sie solle gut auf sich aufpassen. Sie hatte genickt. Nun ist es also soweit. Sie muß sich dem, was da kommen wird ganz alleine stellen. Wenn doch ihr Bruder Wolfgang hier wäre, wenn sie nur mit ihm reden könnte. Er hatte sie immer beschützt, wenn die Mutter wieder zugeschlagen hatte, er hatte zu ihr gestanden, als sie in einer bösen Schulklasse war, wo sie wegen ihrer meist guten Noten von anderen misshandelt wurde und er war es auch, der immer genau zu wissen schien, was gerade in ihr vorging. Wolfgang war ein Schatz in ihrer Kindheit und ihrem jungen Erwachsenenleben gewesen. Bis sie geheiretet hatte - dann war er fort gegangen. Wie sehr sie ihn seitdem vermisste. Da hilft nur Iria und ihre uralten Weisen von Licht und Kraft. Leonie öffnet ihr Herz für Irias Schwingungen und atmet tief durch. Und wie immer ist Iria da - sie kann sie nicht sehen, aber in ihrem Kopf und ihrem Herzen hört sie die Lieder, die sie so oft zusammen gesungen haben. Es ist Zeit sich dem Tag zu widment, denkt Leonie und weiter zu machen, womit sie begonnen hat. Ich reinige mein Haus, damit sich hier nur gute Geister wohlfühlen....ich werde bis in die letzte Schublade alles dorthin ordnen, wo es hingehört und mich darin wieder finden. Ich werde eine Kerze anzünden für die Liebe und das Licht und Gott um Hilfe bitten und um die Kraft seinen Willen auszuführen. Ich werde Gott danken, für die wunderbaren Menschen, die er mir zur Hilfe schickt und für die Kinder, die mir geschenkt wurden. Ich sing ihm mein Lied.
Mit neuer Kraft macht sich Leonie an die Arbeit. Sie fängt im Schuppen an - dort funktioniert sei zwei Tagen das Licht nicht mehr. Das Licht ist wichtig, weil Leonie oft spät Abends noch Holz für das Feuer hereinholen muß. Sie geht aber nicht gerne im Dunkeln dorthinein, in diesen Schattenraum. Sie öffnet den Verschlußdeckel der Lampe und bekommt erst einmal eine Pfütze Wasser ab....als sie die Glühbirne rausdreht, bemerkt sei, daß auch diese nass ist. Aber seltsam: Sie ist nicht kaputt. Leonie läßt sie eine Weile trocknen und schraubt sie dann in eine andere Fassung im Haus um zu testen, ob es an der Birne oder an der Lampe liegt. Die Glühbirne sieht heil aus....liegt es am Ende an der Lampe. Wie seltsam. Die Lampe hatte ihr Schwager Jörg angeschlossen. Er ist Elektroingenieur und Perfektionist. Was er macht hat immer Hand und Fuß. Um ganz sicher zu gehen schraub Leonie die Birne in die Fassung im Wandschrank unter dem Dach ein und siehe da: Es liegt doch an der Glühbirne. Sie ist tatsächlich kaputt, auch wenn man es nicht sehen kann. Erleichtert holt Leonie eine neue Glühbirne aus dem Keller, schraubt diese im Schuppen an, schraubt die getrocknete Abdeckung wieder an und freut sich über diesen ersten Erfolg des Tages, als das Licht nach Betätigung des richtigen Schalters wieder funktioniert.
Mit neuer Kraft macht sich Leonie an die Arbeit. Sie fängt im Schuppen an - dort funktioniert sei zwei Tagen das Licht nicht mehr. Das Licht ist wichtig, weil Leonie oft spät Abends noch Holz für das Feuer hereinholen muß. Sie geht aber nicht gerne im Dunkeln dorthinein, in diesen Schattenraum. Sie öffnet den Verschlußdeckel der Lampe und bekommt erst einmal eine Pfütze Wasser ab....als sie die Glühbirne rausdreht, bemerkt sei, daß auch diese nass ist. Aber seltsam: Sie ist nicht kaputt. Leonie läßt sie eine Weile trocknen und schraubt sie dann in eine andere Fassung im Haus um zu testen, ob es an der Birne oder an der Lampe liegt. Die Glühbirne sieht heil aus....liegt es am Ende an der Lampe. Wie seltsam. Die Lampe hatte ihr Schwager Jörg angeschlossen. Er ist Elektroingenieur und Perfektionist. Was er macht hat immer Hand und Fuß. Um ganz sicher zu gehen schraub Leonie die Birne in die Fassung im Wandschrank unter dem Dach ein und siehe da: Es liegt doch an der Glühbirne. Sie ist tatsächlich kaputt, auch wenn man es nicht sehen kann. Erleichtert holt Leonie eine neue Glühbirne aus dem Keller, schraubt diese im Schuppen an, schraubt die getrocknete Abdeckung wieder an und freut sich über diesen ersten Erfolg des Tages, als das Licht nach Betätigung des richtigen Schalters wieder funktioniert.
... comment