Montag, 2. April 2012
Ankunft
Nach einer langen stürmischen Reise ist Leonie endlich nach Hause zurückgekehrt. Der Zwischenstopp bei der Mutter war beängstigend. Die Mutter kümmert sich nicht um ihr Haus und um ihren armen alten kranken Körper. Die eigenen Katzen der Mutter sehen verwahrlost und krank aus. Sie sind scheu und zurückhaltend und lassen sich von Leonie nicht mal anfassen. Leonie hat ihre Katzen, die dort für die Zeit des Klinik Aufenthaltes in Pflege waren, abgeholt. Die armen Tiere mußten in einem dunklen, kalten und stickigen Keller hausen. Leonie hat sich trotzdem bedankt, weil die Mutter in der Not eingesprungen ist. In Begleitung der Urmutter Iria ist Leonie dann voller Angst zurück in ihr eigenes Haus gekehrt. Dort findet sie die vielen Kinder wieder, die auf sie warten, dort ist noch der Vater, der sich während Leonies Abwesenheit um die Kinder gekümmert hat. Leonie wird nun wieder Herrin in ihrem Haus werden. Sie erkennt ihre Schuld in ihrer langen Abwesenheit, in der sie alles ihrem alten Vater und ihrer gebrechlichen Mutter überlassen hatte. Aber jetzt ist Leonie wieder da. Jetzt wird sie - Jetzt wird sie - die drei Kinder an die Hand nehmen und ins Leben führen, behüten und wachsen lassen...diese kleinen Kinder, die völlig unschuldig sind an ihrem Zusammenbruch sind. Leonie bedankt sich bei ihrem Vater, - wie bereits bei Ihrer Mutter- für seine Hilfe und zieht wieder zuhause ein. Das Haus ist in keinem guten Zustand - überall Staub und es hat sich während ihrer Abwesenheit viel Gerümpel angesammelt. Der Vater hat einiges bei ihr liegen gelassen, was sie nun entsorgen oder zurückgeben muss. Das Aquarium ist verschlammt und verwuchert. Leonies Vater war anscheinend doch von dieser Aufgabe überfordert. Das Becken ist völlig überfüllt. Leonie kümmert sich darum. Sie liebt Lösungen und sie sucht und findet immer welche. Ihre älteste Tochter Laura ist gerade 13 geworden und ringt mit den Herausforderungen der Pubertät. Keine leichte Zeit. Leonie erinnert sich zurück an ihre eigene Pubertät, in der die Dunkelheit über ihr zusammengeschlagen war.....damals war sie auch sehr allein. Leonie bedauert, daß sie nicht bei Lauras Geburtstag dabei sein konnte. Sie beide haben kurz nacheinander Geburtstag. Laura ist am 25.03. 13 geworden und Leonie am 27.03. 40. Diese Tage mußte sie leider noch in der Klinik verbringen. Die zweite Tochter Helena ist 8 Jahre alt. Sie ist sehr zurückgezogen seit einiger Zeit. Still und introvertiert. Leonie weiß nicht genau was mit ihr los ist, aber sie wird sie beobachten und für sie dasein, wenn sie anfängt über das zu reden, was sie so erschreckt hat. Und die jüngste Tochter Angela ist 6 Jahre alt. Sie hat am meisten darunter zu leiden, daß Leonie nun alleine ist. Daß der Vater weg ist. Er hat die Familie alleine gelassen, weil ihm die Arbeit und die Verantwortung zuviel wurden. Angela fragt täglich nach ihrer "Baba", wie sie ihn seit immer schon nennt. Laura zerreisst es das Herz, dieses Kinderleid zu sehen und nicht helfen zu können. Wie soll man einem Kind erklären, daß der Vater selbst noch zu unreif ist, um wirklich lieben zu können? Wie der Not begegnen, die das Kind nicht anders bewältigen kann, als immer wieder sie selbst, die Mutter und auch die Geschwister anzugreifen? Unter der Last des alleinseins ist Leonie schließlich zusammengebrochen. Sie hat den Kontakt verloren zu sich selbst, zu ihren Kindern und ihren Arbeitskollegen. Sie konnte ihren Körper nicht mehr bewegen, ihn nicht mehr nähren und das Haus nicht mehr versorgen. Die Kinder haben Hilfe in der Nachbarschaft gesucht und gefunden und Leonie konnte soweit wieder hergestellt werden, daß sie wieder notdürftig die Kinder versorgen konnte und das Geld verdienen konnte. Ein kluger Nachbar schickte sie zu einer erfahrenen Ärtzin, die weiterhelfen konnte und J.J., ein guter Freund, half ihr dann dabei den Antrag für den Kuraufenthalt auszufüllen. Nach 6 Monaten war es dann endlich soweit. Leonie durfte in die Klinik in Bad Grönenbach einziehen und dort beginnen ihre Vergangenheit zu bewältigen. Dort hat sie ein Wunder nach dem anderen erlebt. Sie hatte zwei gute Begleiter: Tanja und Holger Klink - die Gruppentherapeuten. Sie hatte eine gute Gruppe: Die Struktis. Und dort hat sie Freunde gefunden. Allen voran Angelika, Astrid und Maria. Die werden sie auch weiter begleiten in dieses neue Leben in dem sie endlich gemeinsam mit ihren drei Kindern allein in dem kleinen schiefen alten Haus einen neuen Frieden und ein neues Glück finden kann.

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