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Mittwoch, 4. April 2012
Laura streunt herum
goldmund, 22:43h
Laura sitzt auf der Terasse. Der Regen prasselt herab und es ist stockfinster und ruhig. Die 13 jährige raucht genüsslich eine Zigarette. Gerade mal 03:45 Uhr zeigt die Uhr. Laura ist wieder mal wach geworden. Wie immer in letzter Zeit gegen 04:00 Uhr. Sie ist dann sofort hellwach und mag nicht mehr liegen bleiben. Laura weiß nicht genau warum, aber sie schiebt es auf ihre kleine Schwester Angela, die auch immer um diese Uhrzeit wach wird und weint. Mutter tröstet sie dann. Laura schleicht sich an den beiden vorbei. Auch sie hätte gerne etwas Trost, muß sie sich eingestehen, aber sie will die Mutter nicht noch mehr belasten. Sie ist nach ihrem Zusammenbruch drei Monate im Krankenhaus gewesen und gerade erst zurückgekommen. Und sie hat genug zu tun, jetzt wo Pappa nicht mehr hier ist. Laura schnickt die Asche ab und denkt sich: " Was für ein Arschloch....haut ab und läßt uns einfach hier sitzen... wegen mir wäre es ja egal, aber Mama..." Mama wäre sicher traurig, wenn sie wüßte, dass sie raucht. Sie hat die Zigaretten vom Vater an sich genommen und Großvater hat auch noch ein paar dagelassen. Großvater: Wie sie ihn hasste. Wie er sie und ihre Schwestern immer so lüstern angeschaut hat. Sie war die meiste Zeit weg gewesen, aber sie ist sich sicher, daß Großvater die beiden jüngeren Geschwister geschlagen hat. Besonders Helena ist so seltsam geworden. Die war ja schon immer etwas introvertiert, aber jetzt ist sie total abweisend, und wehe man fasst sie an oder verändert was in ihrem Zimmer. Und das Haus hat Großvater auch vernachlässigt. Mama hat echt alle Hände voll zu tun. Aber das Haus sieht schon anders aus, seit Mama wieder da ist. Sie kümmert sich um alles. Aber was drei Monate liegen geblieben ist, kann sie auch nicht innerhalb von zwei Wochen wieder bereinigen... Echt ihr Pech, warum hat sie auch drei Kinder bekommen, denkt Laura und streicht sich die Harre aus dem Gesicht. Sie drückt die Zigarette aus und macht sich auf einen ihrer nächtlichen Streifzüge durch die Nachbarschaft. Mal schauen, was es heute alles zu entdecken gibt.
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Angela
goldmund, 11:42h
Nachts wird Angie wieder wach...so zwischen 03:00 und 04:00 - wie bereits seit drei Wochen. Weil Leonie auch gerade wach liegt, hörte sie schon das erste leise Wimmern der Sechsjährigen. Sie wartet noch ein wenig ab und steht dann auf um die Kleine zu beruhigen. Sie setzt sich bei ihr ans Bett und singt ihr ein Mantra, bis sie wieder eingeschlafen ist:
I am the light of the soal, I am bountiful, I am beautiful, I am blissed, I am, I am.
Und jetzt ist Morgen und Leonie erwacht ganz friedlich. Sie weckt die Kinder, macht Frühstück, verabschiedet Laura, die wie immer selbst zur Schule geht und bringt Helena und Angie zum Schulbus. Fröhliches Winken aus der hinteren Rückbank und Leonie macht sich wieder auf den Weg nach Hause. Dort macht sie erst mal eine Klingelrunde, wie es in der Klink dreimal die Woche gemacht wurde. Diese Klingelrunden haben den Sinn, zu formulieren, was hier und heute dran ist, sich zu sammeln und klar zu werden. Und wie immer wird ihr auch diesmal klar, was sie zu tun hat und sie schreibt sich einen Zettel, der sie an alles wichtige erinnert:
Staubsaugen und Putzen
Wäsche waschen
Einkaufen
Stabiübung machen
Duschen
Gitarre spielen
Brief an Onkel Willie und Tante Hanne schreiben
Nichts soll zu kurz kommen und Leonie freut sich auf diesen langen und erfüllten Tag. Sie atmet noch einmal tief durch und geht ins Bad um mit dem Putzen anzufangen, denn das scheint ihr gerade das allerwichtigste zu sein.
I am the light of the soal, I am bountiful, I am beautiful, I am blissed, I am, I am.
Und jetzt ist Morgen und Leonie erwacht ganz friedlich. Sie weckt die Kinder, macht Frühstück, verabschiedet Laura, die wie immer selbst zur Schule geht und bringt Helena und Angie zum Schulbus. Fröhliches Winken aus der hinteren Rückbank und Leonie macht sich wieder auf den Weg nach Hause. Dort macht sie erst mal eine Klingelrunde, wie es in der Klink dreimal die Woche gemacht wurde. Diese Klingelrunden haben den Sinn, zu formulieren, was hier und heute dran ist, sich zu sammeln und klar zu werden. Und wie immer wird ihr auch diesmal klar, was sie zu tun hat und sie schreibt sich einen Zettel, der sie an alles wichtige erinnert:
Staubsaugen und Putzen
Wäsche waschen
Einkaufen
Stabiübung machen
Duschen
Gitarre spielen
Brief an Onkel Willie und Tante Hanne schreiben
Nichts soll zu kurz kommen und Leonie freut sich auf diesen langen und erfüllten Tag. Sie atmet noch einmal tief durch und geht ins Bad um mit dem Putzen anzufangen, denn das scheint ihr gerade das allerwichtigste zu sein.
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